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2019-09: Südosteuropa

Dr. Hartmut Fueß 19.09.2019

2019-09: Südosteuropa

 

Der vorliegende Brief ist vom Osmanischen Reich im April 1825 in das Königreich der Niederlande verschickt worden. Der Absender aus Smyrna (heute Izmir) diskutiert in französischer Sprache  einen Kontoausgleich für Abrechnungen vom 18. März und 2. April mit seinen Handelspartnern in Verviers (heute Belgien).

Der Brief ist offenbar auf dem Landweg befördert worden, denn der Stempel „TUR“ als Herkunftsstempel wurde bei der Übergabe an die Post in Österreich in Semlin bei Belgrad abgeschlagen. Auf der Vorderseite sind mehrere Portoangaben vermerkt, die nicht eindeutig zuzuordnen sind.  

Rückseitig sind drei schwache Stempelabschläge vorhanden. Handschriftlich sind Durchgangsvermerke angebracht, die Daten vom 11. April und die Ankunft (arrivée) am 21. April erkennen lassen.Der Faltbrief weist die typischen Löcher der Desinfektion auf, die durch einen entsprechenden (leider sehr schwachen Stempel) dokumentiert ist.

Ausländische Postanstalten versorgten im Osmanischen Reich die Postverbindungen mit den europäischen Staaten. So haben Frankreich und Österreich bereits 1830 Postanstalten errichtet. Das Deutsche Reich eröffnete 1870 ein Postamt in Istanbul. Am 1. September 1914 wurden die ausländischen Postämter geschlossen.